irisgeo3D

Das Projekt

Ausgangslage

Digitale  Daten  sind  in  einer  vernetzten  und  globalen  Informationswelt  für Gesellschaft und Staat von existenzieller Bedeutung.

Etwa neunzig Prozent aller erfassten Daten besitzen einen Raumbezug (Geodaten) und nehmen eine exponierte Stellung im digitalen Zeitalter ein.

Ein transparenter, effizienter und verantwortungsvoller Umgang mit dieser Ressource ist dabei  Grundvoraussetzung, um eine breite gesellschaftliche Akzeptanz zu erzeugen.

Fotorealistische und hochauflösende digitale Geodaten haben schon jetzt z.B. in der kriminaltechnischen Forensik, der bautechnischen Beweissicherung und der Medizin einen hohen Stellenwert. Es besteht eine große Dringlichkeit, ganzheitlich digitale Prozesse rechtssicher zu gestalten, um unerlaubter Datenmanipulation zu begegnen.

Gesetze im Kontext IRISGeo3D

Abbildung 1: Gesetze im Kontext IRIS Geo 3D

Motivation

Neben den technischen Anforderungen wird auch die rechtliche Relevanz digitaler Daten bedeutender und rückt immer mehr in das Blickfeld gesetzlicher Entscheidungen und Maßnahmen.

Gesetzliche Rahmenbedingungen (Abbildung 1) wie das Signaturgesetz und die Signaturverordnung befassen sich allerdings hinsichtlich der Rechtssicherheit elektronischer Daten vor allem mit der Abgrenzung elektronischer Dokumente zu analogen Urkunden. Andere elektronische Medien sind nach aktuellem Stand nicht Gegenstand der Gesetzgebung.

Es gibt momentan keine Komplettlösungen für geodätische Anwendungen, die über eine gesamte geodätische Prozesskette von der Erfassung, von der Verarbeitung/ Qualifizierung und Datenhaltung bis hin zur Benutzung/Präsentation ein sinnvolles definiertes Maß an Rechtssicherheit bieten.

Projekt IRISGeo3D

Abbildung 2: Das Projekt IRIS Geo 3D

Inhalt

Die Beweiskraft digitaler Daten ist abhängig von der nachweisbaren Identität des Verfassers (Authentizität) und der Unversehrtheit der Daten (Integrität). Zur Sicherstellung der Integrität und Authentizität beinhaltet das 3D Projekt IRIS Geo die folgenden technologischen Entwicklungen (Abbildung 2)

– Multisensorsysteme zur rechtssicheren Geodatenerfassung

– Integration sicherheitsrelevanter Hardware (Biometrische Sensoren)

– Integration sicherheitsrelevanter Software (Signaturen, Verschlüsselung)

– Aufbau eines intelligenten rechtssicheren Informationssystems

– Qualitätsmanagementhandbücher für die Komponenten und Prozesse

– Prozessanalyse und Prozessoptimierung

– fachspezifische Metadatenprofile

Umsetzung Multisensorsysteme

  • Erzeugung redundanter Datensätze zweier unterschiedlicher Sensoren
  • Verwendung geometrisch hochauflösender Sensoren
  • Fusion lasergestützter und photogrammetrischer Sensoren
  • Messsystem I: Terrestrischer Laserscanner + DSLR
  • Messsystem II: Rotationszeilenkamera + Totalstation
  • Datenintegration

Umsetzung Sicherheit

Abstufungen in Risiko- und Sicherheitsklassen

  • Eingesetzte Sicherheitskomponenten angepasst an Risikoklasse

Hardware (Abbildung 2):

  • Kombination von zwei Verfahren (Wissen, Besitz, Biometrie)
    • Wissen (z.B. Passwort, bildbasierte Authentifizierung)
    • Besitz
    • Biometrie (z.B. Handvenen- oder Fingerabdruckscanner)
    • GPS -Zeitstempel auf Basis der Microcontrollerplattform .NET Gadgeteer

Software:

  • Verschlüsselung, Signaturerstellung, Hashwertgenerierung

Umsetzung Informationssystem

Funktionalitäten (Abbildung 3):

  • Ansteuerung der Sensoren
  • Datenbankanbindung (PostgreSQL)
  • Benutzeradministration
  • Hashwerte, Verschlüsselung
  • Metadatenprofile: Erfassung und Verwaltung
  • Projektverwaltung
  • Datenvisualisierung
  • Prozesskontrolle und –dokumentation
  • Protokollierung
Komponenten IRISGeo3D

Abbildung 3: Komponenten des IRIS Geo 3D